Der Soldat streift durch die Wiese. Seine HĂ€nde berĂŒhren die Grashalme, seine Schritte sind ruhig. Vögel fliegen durch die Luft. Oder stĂŒrzen sie etwa ab? Auf der Tonebene ein Schlaflied, Babys sind zu sehen. Doch das Lied klingt verzerrt, es vermischt sich mit alarmierenden Tönen, eine Kakophonie an GerĂ€uschen und EindrĂŒcken. Und ĂŒber allem steht der Filmemacher, der sich an einem Mantra festhĂ€lt: âIch kann mir das Sterben nicht vorstellen. Du kannst keinen Menschen im Kopf töten fĂŒr deinen Film.â
In seinem Essayfilm PHANTOMFLUG behandelt der Filmemacher Gor Margaryan das Thema Krieg, ohne es eindeutig zu benennen. Vielmehr nutzt er Symbolbilder und vor allem die Kraft der Tonebene, um bei den Betrachtenden Emotionen zu evozieren, die eindeutig mit Krieg, Flucht, dem Verlust der Unschuld verbunden sind.
Doch dass selbst der Krieg auch das Schöne nicht töten kann, beweist ein Gedicht, in dem die sehnsuchtsvolle Liebe heraufbeschworen wird. Zu was oder wem genau lÀsst Gor Margaryan offen, deutet es durch eine nicht nÀher zugeordnete Frauenfigur nur an.
Wie der Rest des Films arbeitet auch diese Bedeutungsebene mit dem subjektiven Rezipieren. Fast unsichtbar leitet der Film die Zuschauenden durch eine gewisse vorgegebene Struktur, die aber nicht zwingend fĂŒr den Genuss dieses atmosphĂ€risch dichten und im Zusammenspiel der Gewerke kĂŒnstlerisch beeindruckenden Filmessays ist. (FBW-Pressetext)
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/phantomflug
https://vimeo.com/manage/videos/777389290/59b099d04b





