Mithilfe von Digitalisierung und Animation sind wir in der Lage, die Welt von morgen zu gestalten. Die Entwicklung neuer Technologien ermöglicht den Menschen sowohl ganze Städte als auch deren natürliches Umfeld perfekt nachzubilden. Der menschliche Alltag in der Natur hingegen scheint vielen heute nicht mehr zugänglich zu sein.
Im VR Projekt sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Wäldern installiert. Diese alten Aufnahmen symbolisieren eine starke Verlorenheit des Menschen in der Welt durch den Verlust der Natur. Der Aspekt der Vergänglichkeit wird auch über die empfindliche Materialität des 16mm-Films transportiert, welcher bereits Spuren der Zeit in sich aufgenommen hat. In der Arbeit mit dem Material geht es darum, die ästhetische Darstellung einer Welt zu konstruieren, die heute nicht mehr vorstellbar ist. Ziel ist es außerdem, auf diese Weise Verlorengegangenes nicht nur vor dem endgültigen Verfall zu bewahren, sondern es sogar ein Stück weit zu neuem Leben zu erwecken, indem es in eine neue Darstellungsform überführt wird.
Dazu sind die mehr als hundert Jahre alten Aufnahmen über eine VR-Welt inszeniert worden. Indem man die Aufnahmen in diesem neuen Medium inszeniert, schafft man einen Bruch zwischen der vergangenen Ästhetik des digitalisierten, analogen Materials und der hypermodernen Dreidimensionalität der virtuellen Realität. Durch künstlerische Kombinationen des vergangenen Mediums Analogfilm mit der aktuellen Technologie soll die Wahrnehmung für das Vergangene geschärft und eine kritische Auseinandersetzung mit den Darstellungsformen unserer heutigen Zeit angestoßen werden.
In dieser Arbeit werden virtuelle Räume filmisch gestaltet. Die Auseinandersetzung der VR Technologie versucht, neue Formen des Essay- und Experimentalfilms zu erschließen, so dass die neue Medien, die in Zukunft unsere Gesellschaft organisieren werden, künstlerisch nutzbar sind und damit den konventionellen und kommerziellen Gebrauch dieser hinterfragen.
https://www.youtube.com/watch?v=GHnSnvTTkn0











